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Guten Morgen, heute ist der 22.08.2017
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No-go-area Marxloh

Spätestens seit dem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel hier bei uns in Marxloh flammt das Bild einer "No-go-area" auf. Befeuert von allen möglichen Seiten wird Marxloh und werden die Menschen hier stigmatisiert.

 

Was bedeutet das eigentlich?

Es wird davon gesprochen, Menschen ("Deutsche") trauen sich abends nicht mehr über die Straße oder in die Straßenbahn. Libanesische Clans kontrollieren ganze Viertel usw.

 

Und was ist dran?

Fangen wir vielleicht mal mit der Frage an, wie Sie sich eine Polizeiwache in einer "no-go-area" vorstellen. Die in Marxloh hat zwei Dienstfahrräder, keinen Streifenwagen. Der muß aus Hamborn geholt werden.

Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik, bei all ihren Schwierigkeiten, weist aber immerhin einen seit Jahren kontinuierlichen Rückgang der Straftaten aus. Andere Stadtteile in Duisburg sind doppelt so hoch belastet.

Nach meiner Abendmesse trauen sich die Besucher durchaus nach Hause. Unwohl in dunklen Gassen hat sich schon meine Oma gefühlt. Das ist allerdings Jahre her und war nicht in Duisburg. "Halbstarke" muß es wohl auch früher gegeben haben.

 

Natürlich ist nicht alles gut. Es gibt Kriminalität und es gibt Schwierigkeiten im Zusammenleben. Das kann man nicht übersehen und das zu verharmlosen ist nicht zielführend. Und natürlich ist es gut und richtig, Straftaten konsequent zu verfolgen und die rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen.

Aber wenig zielführend scheint mir, ganze Bevölkerungsgruppen "die Libanesen", "die Rumänen" usw.) unter einen Generalverdacht zu stellen und nur diese Menschen durch eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei kontrollieren zu lassen. Nicht wegen eines Straftatverdachts, sondern wegen ihrer Hautfarbe, ihres Aussehens. Zu welchem Ergebnis soll das führen?

Pressevertreter fragen in sozialen Netzwerken gezielt nach Deutschen Familien, die über besonders schlechte Erfahrungen mit Ausländern berichten können. Was soll das?

 

Der Petershof versucht seit seiner Gründung die unterschiedlichen Gruppen in Marxloh zusammen an einen Tisch zu bringen. Pfadfinderleiter und libanesische Jugendliche, türkische Mütter und kfd-Frauen  usw.

Das ist kein sozialromantischer Unsinn sondern die konsequente Fortführung der Erfahrungen hier im Ruhrgebiet. Seit 150 Jahren kommen Menschen aus allen möglichen Ländern und Richtungen hierher. Nicht, weil es landschaftlich so schön ist, sondern weil es hier eine Hoffnung auf Arbeit und ein kleines Stück vom Glück gibt. Meine Ur-Großeltern sind, wie so viele andere auch, deshalb hierher gekommen.

Auch wenn kriminelle Schleuser mit dieser Hoffnung im Moment ziemlich viel Geld verdienen, haben sich die Menschen hier immer zusammengerauft.

 

Das erscheint mir zielführend. Menschen an einen Tisch zu bringen und mit ihnen gemeinsam Zukunft zu gestalten. Voneinander und miteinander lernen.

 

Die gut 150 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Petershof machen genau das.Und dafür bin ich sehr dankbar.

 

P. Oliver

 


Ein kleiner Lösungsansatz ...